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Feste und Traditionen Altes Brauchtum wird noch heute in Stücken gepflegt. Jedes Jahr findet ein Fastnachtsumzug statt. Hier in der Gegend heißt das Zempern". Woher die Bezeichnung 'Zempern' kommt weiß keiner von den älteren Bürgern hier im Dorf. Schon der Vater und die Großeltern gingen in jungen Jahren im Februar 'Zempern'. Es ist also ein uralter Brauch, der sich bis in unsere Zeit erhalten hat. Man nimmt an, dass er slawischen Ursprungs ist. Als vor tausend Jahren slawische Stämme das Land um Potsdam bewohnten, war rings rum Urwald. Große Sümpfe machten es nahezu unpassierbar. Wölfe und Bären hausten in den Urwäldern. Im Frühjahr, wenn die Sonne wieder höher stieg, kam der Bär aus seinem Winterlager und drang in die Ställe, in denen die Slawen ihre Haustiere hielten. Das war dann stets ein großes Unglück für die Menschen, denn nur wenige Tiere blieben am Leben. Der Bär wurde von den Männern verfolgt, und wenn es glückte, erlegt. Triumphierend trugen ihn die Jäger durch die Ansiedlung zum Beweis, dass nunmehr die Gefahr beseitigt ist. So entwickelte sich in den Dörfern der Brauch, jedes Jahr im Frühjahr ein Fest zu feiern, wobei der "Bär" und sein Treiber an der Spitze eine gewisse Hauptrolle spielten. Junge Leute zogen in vermummter Kleidung durch das Dorf und erhielten eine kleine Gabe. Mitunter waren es ganze Körbe gefüllt mit Wurst Brot, Eiern, Speck usw. Die Dorfjugend veranstaltete mehrmals danach in der Gaststätte ein Essen, wobei all diese 'Opfergaben' verzehrt wurden. In etwas abgewandelter Form wird dieser alte Brauch heute noch gepflegt, wobei der Dorfklub der Veranstalter ist. An einer langen Kette wird der 'Bär' durch den Ort geführt. Gewöhnlich steht der Hausherr oder die Hausfrau vor dem Tor und erwartet die 'Gäste'. Eine kleine Kapelle spielt ein Lied, das kostümierte 'Begleitvolk' tanzt und treibt Unfug. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung. Am Abend - so gegen Mitternacht - wird der "Bär" nochmals im großen Saal des Kulturhauses den Anwesenden vorgeführt und geschlachtet'. Das Bärenblut, einige Flaschen Rotwein, wird dann an Liebhaber gegen ein kleines Trinkgeld ausgeschenkt..." So erzählt Volkskorrespondent R. Fußy im Februar 1985 über das "Zempern" in Stücken. Ähnlich wird heute noch Fastnacht gefeiert und am Abend der "Bär" geschlachtet. Die Organisation übernimmt der Heimatverein Stücken. Jung und Alt feiern gemeinsam. In den verschiedensten Kostümen und mit alten Sachen verkleidet geht es am Vormittag mit Musik und Gesang durch den Ort. Nach altem slawischen Brauch wird der Zug vom v Bären" und seinem Treiber angeführt. Vor jedem Haus wird ein Ständchen gebracht. Dann werden Kuchen, Wurst, Getränke aller Art, ... für die Kapelle und alle am Umzug Beteiligten eingesammelt. Durchreisende müssen Wegezoll entrichten. Auch 1998 wurde kräftig Fastnacht gefeiert. Da es keine Gaststätte mehr im Ort gibt, fand die ausgelassene abendliche Feier in der Werkstatt des Landschafts-Fördervereins statt. Von der älteren Generation wird berichtet, dass in den fünfziger Jahren Fastnacht sogar an zwei Tagen gefeiert wurde. Am Sonntag feierte die Jugend, am Montag feierten die Alten" mit Blasmusik. Noch zwanzig Jahre früher wurde auf dem Gut jedes Jahr das Erntedankfest mit einem Feuerwerk gefeiert. Spätere Erntefeste fanden auf dem Gelände zwischen Seddiner Straße und Kiefernwald statt. Auch wurden im Sommer Kinderfeste am Waldesrand durchgeführt, organisiert von der Schule. Das Pfingsthahnenreiten hat schon eine lange Tradition. In den fünfziger Jahren fand es an der Brake (Brachfeld) an der Seddiner Straße statt. Heute ist der Reitplatz am Ende der Dorfstraße in Richtung Blankensee Veranstaltungsort. Veranstalter ist der Reitverein. Fastnachtsumzüge und Feiern werden heute vom Heimatverein Stücken organisiert. So findet jedes Jahr zum 1. Advent das Weihnachtsbaumanblasen" statt. Die Stückener Blasmusikkapelle spielt weihnachtliche Weisen. Im Sommer gibt es alljährlich eine große Tanzveranstaltung in der Parkhalle" im Park Stücken. zurück | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||